Herr Hämmerle und Weihbischof Siebler (Foto Christoph Schröder, MKZ)
 

Es war doch ein längerer Weg, bis der neue Kreuzweg für St. Stefan fertig war. Die gemalten Kreuzwegbilder waren ja als Schülerarbeiten recht gut, aber für eine Kirche auf die Dauer nicht geeignet.
Als ich vom Kunstreferenten der Erzdiözese München, Dr. Jocher, empfohlen wurde, war mir die Situation in Gräfelfing als Kontrabassist im Orchester von Herrn Kuttig längst vertraut. Von meinen bisherigen Auseinandersetzungen mit dem Thema "Kreuzweg" wollte ich für die Gräfelfinger Kirche einen speziellen Entwurf gestalten. Es war erfreulich, dass Herr Pfarrer Schönauer mit seinen Gremien meine ersten Ideenskizzen positiv aufnahm. Es folgten weitere Ausarbeitungen und ein Atelierbesuch.
Vor eineinhalb Jahren konnte ich den Kreuzweg zeichnerisch und mit einem modellierten Relief darstellen. Die Fastenzeit 2009 war für mich die intensive Zeit des Hineindenkens und Gestaltens. Bis zum Sommer waren dann alle Reliefs in der Gießerei Herbich in Gernlinden gegossen. Der Komponist Gregor Gardemann, der die Reliefs bei mir stehen sah, war durch sie inspiriert und komponierte ein Triptychon mit je 3 Sätzen. Die Komposition kann zur Einweihung aus finanziellen Gründen noch nicht zur Uraufführung kommen.

Das Erzbischöfliche Ordinariat München gibt aber meine "Nachfolge im Kreuzweg" als Büchlein heraus(*). Ich kann es sehr zum privaten Gebrauch empfehlen. Die Passion Jesu betend zu meditieren, stellt uns der schmerzhafte Rosenkranz fünf biblische Bildinhalte vor. Daneben gibt es aus einem Nachempfinden heraus fromme Ausschmückungen in 14 Stationen des Kreuzweges.
Ich stelle den Kreuzweg für St. Stefan unter das Thema der "Nachfolge". Er ist strenger auf Evangelientexte bezogen und damit auf acht Reliefs reduziert. Der Weg der Nachfolge beginnt mit Petrus, der uns Eifer und Gefährdung der Nachfolge spiegelt. Nachfolge meine ich immer konkret. So zeigt das Relief mit den weinenden Frauen auch Edith Stein, die ihre "Kreuzeswissenschaften" selbst gelebt hat. "Jesus wird seiner Kleider beraubt" wird aktualisiert mit dem Hinweis: Was ihr anderen getan habt, das habt ihr mir getan. Der Weg führt zur Vollendung - es ist vollbracht - zur neuen Schöpfung im achten Relief. Der Kreuzweg geht in der Steinigung des Stefanus weiter.
Die Bronzetafeln sollen uns zu denken geben, dass wir den Weg mit Jesus mit gehen und ihn uns vertraut machen. Sie sollen uns so in einem Leben aus dem Glauben bestärken.

Franz Hämmerle    
 




(*) Die Broschüre ist im Pfarramt St. Stefan wie auch in der Sakristei (nach den Gottesdiensten) erhältlich und kostet 8,- €.